An meinem Geburtstag erschien der Paketbote mit einem großen Paket. Da kurz darauf ein paar Gäste erwartet wurden und ich das Paket ganz in Ruhe auspacken wollte, stellte ich es, weil es groß und schwer war, vorerst ins Wohnzimmer auf den Fußboden und versuchte noch ein wenig mein Gesicht zu renovieren, denn die Gäste sollten ja keinen Schreck bekommen.
Meine Abwesenheit nutzte Motte, um sich in bewährter "Wichtelpaketauspackmanier" an das Paket zu machen. Die Gäste erschienen, mein Gesicht blieb unbeachtet, denn die erstaunten Blicke der Gäste ruhten auf dem Fußboden und den vielen kleinen Fetzen aus Pappe und Papier. Ich sank derweil auf die Knie und sammelte die Fetzen auf, während der Göttergatte das Paket auf einen Schrank in einem anderen Raum verfachtete. Motte war sich keiner Schuld bewusst und bewachte nun den Schrank.
Statt des Pakets lag später ein Sack Blumenerde auf dem Fußboden. Zusammen mit Blumendünger und Winterheide ein Geschenk eines Gastes.
Nachdem die Gäste sich verabschiedet hatten und Motte von der Schrankwache Abstand genommen hatte, war ich in der Küche beschäftigt. Als ich das Wohnzimmer betrat, traute ich meinen Augen nicht. Auf der (einigermaßen) hellen Auslegware lag ein großer Haufen schwarzer Blumenerde und Motte wühlte gerade mit Wonne weitere Erde aus dem Sack.
So war ich an meinem Geburtstag längere Zeit damit beschäftigt, die Blumenerde vorsichtig in den Sack zurück zu schaufeln, zu fegen und zu saugen und den Dackel erst zu verfluchen um dann noch seine Pfoten und seinen Bart zu säubern.
Motte fand den Geburtstag toll.
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